Mein schönes, gutes Notebook – ein HP dv5 1032eg mit einer Nvidia 9600 M GT (war damals was recht solides), welches mir seit über 3 Jahren gute Dienste leistet (und damals satte 900 Stutz gekostet hat), hat neuerdings eine Macke bekommen.
Gut, warm war er ja schon immer, aber er hat begonnen sich bei Minecraft, welches ich mir gerade gekauft habe, beim Spielen aus zu schalten. Ich arbeite zu 95% mit der Maschine und hab meistens keine Zeit zum Spielen, daher wird mir das Problem bisher noch nicht aufgefallen sein.
Aber Minecraft musste sein, dass geht sich immer wieder mal aus.
Egal, zurück zum Thema.
Speedfan installiert (gratis im Internet) – siehe da, Grafikkarte bei rund 100 Grad beim nixtun (mit internem + externem Schirm), beim Spielen 104 und zack, bei 105 ist er weg.
Erstmal, Aussaugen – Immerhin bin ich Raucher , und anderer Dreck ist da auch genug. Mein Schreibtisch hat meistens einen Beinahe-organischen Zustand. Ich mag diese 2 Stifte und ein Telefon Angeber – Glasschreibtische nicht. da wird doch nicht gearbeitet.Kein Flair. Keine Nächtelangen Sessions. Viel zu clean dafür.
Sauger an die Lüftungsschlitze, beim Turbinensauger Vollgas. Hat geholfen – 1 Woche lang. Beim Spielen aber dennoch noch immer die GRAKA bei 100-103 Grad. Also grade kurz vor aus.
Dazu muss man wissen, dass die Nvidia 9600 GT bis zu 120 Grad schafft (krankes Teil), die Sicherheitsabschaltung bei 105 also noch im grünen Bereich ist.
Gestern dann, hat er sich nicht mehr hochfahren lassen. Nach kurzer Zeit Selbstabschaltung. Hmmmpf. Doch Notebook zerlegen und dass ist bei den HP Pavilion dv (zumindest meinem dv5 1032eg) nicht leicht – liegen meine aktiven Basteljahre an PCs doch schon einige Jahre zurück ( Ein Notebook habe ich, um gleich gar nicht mehr in Bastelversuchung zu kommen).
Es gibt aber netterweise eine Service Anleitung von HP im Netz.
Sehr praktisch. Damit bekommt man die frimmelige Kiste halbwegs auseinander ohne einen Totalschaden zu verursachen.
Und zwar hier:
http://h10032.www1.hp.com/ctg/Manual/c01550108.pdf
Ab Seite 50 findet man die Component Replacement Procedures . Im Wesentlichen kommen am Unterboden zuerst einige (teils gut versteckte) Schrauben weg, dann nimmt man den silbernen Teil unter dem Bildschirm (den aus Metall) oben am Notebook ab (ist nur gesteckt wenn die unteren Schrauben raus sind), dann kommt die Tastatur raus (4 Schrauben), dann die Lautsprecher, Bildschirm abschrauben (4 Schrauben) dann der obere Plastikrahmen (3 oder 4 Schrauben), dann das Motherboard
(heftige OP – eine Klappe am Lüfter wäre schon wegen Wartung eine tolle Sache…)
Kiste also auseinandergenommen (gute Stunde beim ersten Mal), und man kommt irgendwann zum Kühler. Die Kühlkonstruktion wird nochmal durch 3 gefederte Schrauaben gehalten
Erste Feststellung:
Die Wärmeleitpaste auf der GPU ist zur Isolationsschicht ausgebacken. Heute morgen also eine Tube Arctic Silver beim Händler des Vertrauens besorgt (am 24sten Dezember
– http://www.e-tec.at und deren Innsbruck Vertretung mein glühenden Dank an dieser Stelle )und auch gleich die Lüfter etc geputzt. Alte Wärmeleitpaste weg, frische Wärmeleitpaste drauf, Rechner zusammengebaut:
Nix, Lüfter jodelt hoch, nach einer Minute – zack aus.
Kalte Löststelle? Unwahrscheinlich.
Warum? Mit einer kalten Lötstelle würde er sich eher nicht einschalten lassen, denn Metall, wenn es warm wird, dehnt sich aus. Ergo: Schlechte Lötstellen müssen unter Temperatur besser werden. Leiterbahn gebrochen? Gott bewahre.
Erstmal: Verzweifelung. Eine Rauchen, Kaffee trinken. Mit Gedanken beschäftigt neuen Rechner kaufen zu müssen. Will ich nicht.
IDEE
Beim Nachdenken mit der Fehlkonstruktion die HP eine Kühllösung nennt, gespielt.
Irgendwie sitzt der GPU Kühler recht locker, fällt mir auf. D.h. das Plättchen, dass durch die gebogene Heatpipe nach oben gedrückt wird und zusätzlich von zwei Schrauben oben gehalten wird, ist leicht beweglich. Denn die Konstruktion ist mindestens interessant und mir in dieser Form noch nicht in die Hände gekommen (wie gesagt, ich bastele schon lange nicht mehr)- vom Lüfter führt eine gerade Heatpipe (Metallstange) zur CPU und presst da den Kühler an- das funktioniert gut.
Die zweite Heatpipe ist gebogen, geht über den Kühler der GPU (Grafikprozessor, da steht Nvidia oder AMD drauf) hin zum CPU Kühler (das Intel oder AMD Teil). Die gebogene Heatpipe soll hauptsächlich den GPU Kühler versorgen und zusätzlich noch Druck auf den CPU Kühler bringen.. Die CPU ist auch gerade mal warm. Im Betrieb meistens um die 50 Grad, der Dualcore, soll ja um die 80 vetragen können (hab ich mal gelesen)
Denk mir erstmal nix, werden wohl die Schrauben in Position halten. Denkste.
HURRA DIE LÖSUNG
Der Fehler liegt in der gebogenen Heatpipe. Der GPU Kühler wird sehr wohl von den zwei Schrauben gehalten, die gebogene heatpipe, die über den GPU Kühler zur CPU geht, hat sich in drei Jahren aber minimal nach unten gebogen. Vielleicht einen Millimeter, oder weniger. Auf jeden Fall liegt die Heatpipe nicht satt am Kühler der GPU. Fakt.
Dieses minimale Spiel reicht aus das der GPU Kühler die Wärme nicht mehr an die minimal entfernte Heatpipe abgeben kann, die dann Ihrerseits vom Lüfter runtergekühlt wird – Luft ist ja ein guter Isolator. 105 Grad werden nun mangels Kühlung des Minikühlkörpers gleich einmal von der GPU erreicht, wenn die nur von dem Plättchen metall gekühlt wird, welches seinerseits die Wärme nicht ableiten kann. Zack der Rechner semmelt ab.
Ich hab die gebogene Heatpipe also um gute 5-10 Grad mit der Kombizange nach oben, also in die Richtung in der sie Druck ausüben soll, gebogen.
Teststart im unzusammengebauten Zustand, nur mit wichtigen Komponenten angeschlossen: Der Rechner läuft und läuft, der Kühler geht selten an.
Rechner zusammengebaut
Meine gute, alte Kiste geht wieder. Mein Weinachten ist gerettet.
Hoffe ich kann mit der Hilfe noch jemanden den Tag verschönern, der sein Notebook schon als verloren geglaubt hat. Die Foren sind ja voll mit HPs die ähnliche oder gleiche Fehler haben.
Heatpipes checken. Metall biegt sich mit den Jahren und der Hitze. dat muss satt aufliegen.